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BECK & EGGELING zeigt vom 2. September bis zum 29. Oktober 2022 die Ausstellung »Weiß war der Schnee« mit Fotografien zum Gletscherprojekt von Thomas Wrede in den Räumlichkeiten der Bilker Straße 4–6 in Düsseldorf.


Zur Ausstellung findet am 5. Oktober 2022 um 19 Uhr eine Lesung der Film- und Theaterschauspielerin Verena Buss mit Texten und Märchen über Gletscher und Eis statt. (Anmeldung erforderlich)

Die Grenzen von Inszenierung und Wirklichkeit stehen in der Fotografie von Thomas Wrede schon immer in einem spannungsreichen Verhältnis. Landschaften sind sein Hauptthema: hier geht es ihm um Konstruktionen, die er in der Natur aufsucht oder die er nachbaut, wie in seiner Werkreihe der „Real Landscapes“. Ersteres begann schon mit einer seiner frühesten Serien „Samsö“ aus den 1990er Jahren: Berge von Plastikfolien auf der gleichnamigen dänischen Insel, die in atmosphärischer Schwarzweiß-Fotografie eine beklemmende Schönheit in der Natur entwickeln.

Mit seiner jüngsten Serie der Gletscherbilder greift Thomas Wrede auf diesen Aspekt zurück und findet in den alpinen Bergen Inszenierungen vor, bei denen der Mensch maßgeblich mitgewirkt hat. Die Ausgangsidee seiner Gletscher-Fotografie ist die verpackte Landschaft. Um dem Abschmelzen der Gletscher etwas entgegenzusetzen, wird das Eis großflächig – temporär oder auch dauerhaft – abgedeckt. Diese dargebotenen Inszenierungen sind ein Zusammenspiel aus den verwitterten Vliesabdeckungen und den sichtbaren Folgen durch das rapide Abschmelzen des Eises, hervorgerufen durch den Klimawandel. Dabei geht es dem Künstler nicht um das dokumentarische Festhalten dieses Prozesses – Resultat seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit den Gletschern sind verstörend schöne Bilder. Wie auch in früheren Werkgruppen Wredes liegt die Serie der Gletscherbilder damit motivisch zwischen Idylle und Katastrophe.

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Die Grenzen von Inszenierung und Wirklichkeit stehen in der Fotografie von Thomas Wrede schon immer in einem spannungsreichen Verhältnis. Landschaften sind sein Hauptthema: hier geht es ihm um Konstruktionen, die er in der Natur aufsucht oder die er nachbaut, wie in seiner Werkreihe der „Real Landscapes“. Ersteres begann schon mit einer seiner frühesten Serien „Samsö“ aus den 1990er Jahren: Berge von Plastikfolien auf der gleichnamigen dänischen Insel, die in atmosphärischer Schwarzweiß-Fotografie eine beklemmende Schönheit in der Natur entwickeln.

Mit seiner jüngsten Serie der Gletscherbilder greift Thomas Wrede auf diesen Aspekt zurück und findet in den alpinen Bergen Inszenierungen vor, bei denen der Mensch maßgeblich mitgewirkt hat. Die Ausgangsidee seiner Gletscher-Fotografie ist die verpackte Landschaft. Um dem Abschmelzen der Gletscher etwas entgegenzusetzen, wird das Eis großflächig – temporär oder auch dauerhaft – abgedeckt. Diese dargebotenen Inszenierungen sind ein Zusammenspiel aus den verwitterten Vliesabdeckungen und den sichtbaren Folgen durch das rapide Abschmelzen des Eises, hervorgerufen durch den Klimawandel. Dabei geht es dem Künstler nicht um das dokumentarische Festhalten dieses Prozesses – Resultat seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit den Gletschern sind verstörend schöne Bilder. Wie auch in früheren Werkgruppen Wredes liegt die Serie der Gletscherbilder damit motivisch zwischen Idylle und Katastrophe.

Den Beginn der Serie im Jahr 2017 markieren Fotografien, die auf dem Schweizer Rhonegletscher entstanden sind. Hier gibt es sowohl Außenansichten ‚outside’, als auch Innenaufnahmen ‚inside‘ der dortigen Gletscherhöhle. Die verwitterten Abdeckungen – dreckig und verweht – bringen Geröll und schmutzigen Schnee zum Vorschein. Die morbide Ästhetik des Faltenwurfs, der gewählte Ausschnitt und die unzähligen Nuancen von Grautönen ergeben ganz eigene malerische Motive.
Aufnahmen aus dem Inneren der Gletscherhöhle erzeugen ein spannungsreiches Spiel angesichts des durch das Eis scheinenden Sonnenlichtes und der jahrhundertealten Einschlüsse im Eis. Die Vliesabdeckungen scheinen durch das immer dünner werdende Eis hindurch und brechen teils in die Höhle hinein – eine besorgniserregende Entwicklung der letzten Jahre.

Aber auch das Phänomen des Blutschnees – rosarot schimmernde Algen, entstanden im Tauwasser des Schnees – auf dem Presena Gletscher in Südtirol hat Thomas Wrede in seinem beklemmenden Erscheinungsbild in Detailaufnahmen festgehalten und damit Kompositionen mit sich ins Abstrakte auflösenden Strukturen geschaffen.

Thomas Wrede setzt sein Gletscherprojekt fort und besteigt weitere Gletscher, um die bedrohte Schönheit künstlerisch festzuhalten. In gleich mehreren Gruppenausstellungen im In- und Ausland zum Thema Klimawandel in der Kunst ist er vertreten und seine Fotografien illustrierten bereits Fachartikel zum Thema Gletscherschmelze und ihre Folgen.

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