TEFAF New York Spring 2019

“Leiko Ikemura in dialogue with …

… Josef Beuys, Emil Nolde, Ludwig Kirchner, Bourgeois Louise, Max Ernst, Jean Fautrier and Paul Klee.”

Seit sie ihre künstlerische Karriere in den 1970ern begann, hat Leiko Ikemura ein Werk geschaffen, das in seiner achtsamen Herangehensweise in Bezug auf Form und Farbe und vor allem in der Sensibilität gegenüber dem Material ohne Frage einzigartig erscheint. Dieses Werk umfasst Arbeiten auf Papier sowie Malerei und Skulptur. Obwohl sie augenscheinlich Figuren, Objekte, Flora und Fauna zeigt, die der Betrachter aus der eigenen Realität zu kennen scheint, ist die bloße naturalistische Darstellung freilich nicht ihr künstlerisches Anliegen. Vielmehr erscheint ihre Figuration zwischen Dinglichkeit und Illusion gehalten und schafft es, gleichzeitig zu zeigen und zu verbergen. Mit dünnen Auftrag auf rauher, ungrundierter Jute appliziert sie die Ölfarben oder Tempera, lässt die Farben tief in den Bildträger sinken und seine Struktur damit wieder aufscheinen. Ein ähnlicher Effekt lässt sich in den Aquarellen beobachten, in denen die Qualität des Papiers stets durchscheint. Die Figuren ihrer Skulpturen scheinen sich gerade erst aus einer Art Urmaterie erhoben zu haben. Es wird deutlich, wie all ihre Kunst nicht NACH der Natur entstanden ist, sondern vielmehr ÜBER die Natur, über die Existenz, wenn man so will, in der ein Ding nur der fließende Zustand einer Manifestation ist, die in einer universellen Idee gründet. Ein Körper kann eine Landschaft sein, die zu einen Felsen wird, der ein Kopf ist, der über der eisigen Arktis schwebt... Bezugnehmend auf ihre Skulpturenhat die Künstlerin...

Seit sie ihre künstlerische Karriere in den 1970ern begann, hat Leiko Ikemura ein Werk geschaffen, das in seiner achtsamen Herangehensweise in Bezug auf Form und Farbe und vor allem in der Sensibilität gegenüber dem Material ohne Frage einzigartig erscheint. Dieses Werk umfasst Arbeiten auf Papier sowie Malerei und Skulptur. Obwohl sie augenscheinlich Figuren, Objekte, Flora und Fauna zeigt, die der Betrachter aus der eigenen Realität zu kennen scheint, ist die bloße naturalistische Darstellung freilich nicht ihr künstlerisches Anliegen. Vielmehr erscheint ihre Figuration zwischen Dinglichkeit und Illusion gehalten und schafft es, gleichzeitig zu zeigen und zu verbergen. Mit dünnen Auftrag auf rauher, ungrundierter Jute appliziert sie die Ölfarben oder Tempera, lässt die Farben tief in den Bildträger sinken und seine Struktur damit wieder aufscheinen. Ein ähnlicher Effekt lässt sich in den Aquarellen beobachten, in denen die Qualität des Papiers stets durchscheint. Die Figuren ihrer Skulpturen scheinen sich gerade erst aus einer Art Urmaterie erhoben zu haben. Es wird deutlich, wie all ihre Kunst nicht NACH der Natur entstanden ist, sondern vielmehr ÜBER die Natur, über die Existenz, wenn man so will, in der ein Ding nur der fließende Zustand einer Manifestation ist, die in einer universellen Idee gründet. Ein Körper kann eine Landschaft sein, die zu einen Felsen wird, der ein Kopf ist, der über der eisigen Arktis schwebt... Bezugnehmend auf ihre Skulpturen hat die Künstlerin selbst einmal den Begriff der 'Metaphern der Durchlässigkeit' formuliert, der sich sicher auch leicht auf ihr malerisches Werk anwenden ließe.

Geboren und aufgewachsen in Japan, lebt und arbeitet Ikemura mittlerweile schon lange in Europa und es wurde bereits oft darauf verwiesen, dass sich ihr Werk aus beiden Quellen speist: der kulturellen, philosophischen und religiösen Tradition ihrer Heimat sowie der ganzen Fülle des kunsthistorischen Erbes Europas. Doch wird beim Betrachten ihrer Arbeiten schnell klar, dass ihnen mehr innewohnt als die Lust am geistreichen Spiel mit kulturellen Referenzen. Ein geheimnisvoller Atem durchweht alle von Ikemuras Werk. Alles scheint transitorisch. Als ob Zeit und Geschichte, Wissen und Ahnung, Natur und Geist neue Verbindungen und aus diesen eine neue Welt geknüpft hätten, in deren losen Maschen eine andere Wirklichkeit sich stets im Umbruch befindet, werden diese Arbeiten zu Bildern einer Zwischenwelt. In dieser fordert die Künstlerin den Betrachter heraus: sie unterminiert die (westlich) tradierten Muster der Wahrnehmung, das konstatierende Sehen nämlich, das Dinge im Betrachten identifiziert und ihren Sinn und Bedeutung fixiert. Diese Arbeiten erschließen sich nicht allein über den Intellekt, vielmehr wollen sie 'erfühlt' werden. Sie fordern uns zu einem anderen Sehen, zu einem neuen Fühlen heraus. Und lassen uns am Ende verzaubert zurück.

Nach verschiedensten Stationen in ganz Europa lebt und arbeitet Leiko Ikemura heute in Köln und Berlin. Gerade hat ihr das National Art Center Tokyo mit 'Our Planet. Earth & Stars' die erste große Retrospektive in ihrem Heimatland ausgerichtet, die international viel Beachtung fand. Mit einer leicht abgeänderten Präsentation und unter dem Titel 'Nach Neuen Meeren' wird diese Ausstellung vom 11. Mai bis 01. September 2019 im Kunstmuseum Basel zu sehen sein.

Für die TEFAF NY Spring 2019 präsentiert Beck & Eggeling Werke von Leiko Ikemura aus den letzten 20 Jahren und stellt diesen eine hochkarätige Auswahl aus dem Galerieprogramm gegenüber. Die Auswahl (die eng mit der Künstlerin zusammen getroffen wurde) soll weniger Ikemuras Werk im kunsthistorischen Kontext ihrer Vorgänger verorten, als vielmehr einer bestimmten künstlerischen Haltung, einer bestimmten Emotion in den Werken von Künstlern wie Emil Nolde, Jean Fautrier, Max Ernst, Joseph Beuys oder Louise Bourgeois nachgespürt werden. Ein echter Dialog also, an dem sich hoffentlich viele Besucher gern beteiligen möchten.

Künstler

Leiko Ikemura, Joseph Beuys, Max Ernst, Paul Klee, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Jean Fautrier, Louise Bourgeois

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