TEFAF New York 2022: Manolo Valdés & Pablo Picasso

PICASSO COMO PRETEXTO: Manolo Valdés | Pablo Picasso, Lucien Clergue, Anselm Kiefer

Für die diesjährige TEFAF New York hat der spanische Künstler Manolo Valdés eine neue Werkgruppe geschaffen, die in Auseinandersetzung mit der lithografischen Serie ›Femme au fauteil‹ von Pablo Picasso entstand. Neben Blättern aus dieser einzigartigen Folge zeigen wir weitere Höhepunkte aus dem druckgrafischen Werk Picassos und Keramiken des Meisters. Fotografien des französischen Fotografen und engen Freund Picassos Lucien Clergue runden die Präsentation ab. Im Mezzanine der Park Avenue Armory zeigen wir außerhalb unseres Standes die großformatige Arbeit ›die Himmels-Paläste‹ von Anselm Kiefer.

Wir freuen uns über Ihren Besuch an Stand 201.

Park Avenue Armory
643 Park Avenue
New York, USA

Für uns als Galeristen ist es stets besonders erfüllend, wenn wir nicht nur aufregende Projekte möglich machen können, sondern im besten Fall Teil des künstlerischen Prozesses werden, und sei es nur dadurch, den inspirierenden Anstoß zum Entstehen neuer Werke zu geben. Für die diesjährige Präsentation auf der TEFAF NY baten wir den berühmten spanischen Künstler Manolo Valdés, mit dem uns lange Jahre der Freundschaft und Zusammenarbeit verbinden, sich Pablo Picassos einzigartiger, lithografischer Serie 'Femme au fauteuil' (Dame im Lehnstuhl) zu widmen und davon ausgehend eine neue Werkgruppe für unseren Stand auf der Messe zu schaffen. Manolo war sofort begeistert.

Der Rückgriff auf Motive aus der Kunstgeschichte bestimmt sein Werk, seit er in den 1960er Jahren seine Karriere als Teil des Künstlerkollektivs 'Equipo Chrónica' in Spanien begann. Seitdem hat er einen unvergleichlichen Stil etabliert, der sich durch die besondere Sensibilität in Bezug auf Material und Farbe, sowie Form und Komposition auszeichnet. So schafft er Werke höchster visueller Spannung und geradezu taktiler Qualität, in denen er das ikonografische Inventar der Kunstgeschichte von den Alten Meistern bis in die Moderne erkundet. Indem er Details berühmter Motive aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen löst, untersucht er grundlegende Muster bestimmter Stile und die ikonische Kraft, die bekannten Bildern zugrunde liegen, und überführt sie in eine neue Zeitgenossenschaft.

Wirfreuen uns sehr, auf der TE...

Für uns als Galeristen ist es stets besonders erfüllend, wenn wir nicht nur aufregende Projekte möglich machen können, sondern im besten Fall Teil des künstlerischen Prozesses werden, und sei es nur dadurch, den inspirierenden Anstoß zum Entstehen neuer Werke zu geben. Für die diesjährige Präsentation auf der TEFAF NY baten wir den berühmten spanischen Künstler Manolo Valdés, mit dem uns lange Jahre der Freundschaft und Zusammenarbeit verbinden, sich Pablo Picassos einzigartiger, lithografischer Serie 'Femme au fauteuil' (Dame im Lehnstuhl) zu widmen und davon ausgehend eine neue Werkgruppe für unseren Stand auf der Messe zu schaffen. Manolo war sofort begeistert.

Der Rückgriff auf Motive aus der Kunstgeschichte bestimmt sein Werk, seit er in den 1960er Jahren seine Karriere als Teil des Künstlerkollektivs 'Equipo Chrónica' in Spanien begann. Seitdem hat er einen unvergleichlichen Stil etabliert, der sich durch die besondere Sensibilität in Bezug auf Material und Farbe, sowie Form und Komposition auszeichnet. So schafft er Werke höchster visueller Spannung und geradezu taktiler Qualität, in denen er das ikonografische Inventar der Kunstgeschichte von den Alten Meistern bis in die Moderne erkundet. Indem er Details berühmter Motive aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen löst, untersucht er grundlegende Muster bestimmter Stile und die ikonische Kraft, die bekannten Bildern zugrunde liegen, und überführt sie in eine neue Zeitgenossenschaft.

Wir freuen uns sehr, auf der TEFAF New York die neuen Arbeiten von Manolo Valdés zum ersten Mal zeigen zu können und die beiden spanischen Meister in einer aufregenden Gegenüberstellung zu präsentieren.

Das Sujet der Frau im Lehnstuhl zieht sich als wiederkehrendes Motiv für Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken durch Picassos gesamtes Schaffen. All seine Partnerinnen, um den etwas herabsetzenden Terminus ‚Muse‘ zu meiden, wurden von ihm in dieser Art porträtiert. Die hier betrachtete Serie ‚Femme au fauteuil‘, die 1948-49 entstand, zeigt die Malerin Françoise Gilot, Picassos damalige Lebensgefährtin und bekanntlich die einzige Frau, die es wagte, Picasso zu lieben und ihn zu verlassen. Sie wird in einem antiken Lehnstuhl sitzend dargestellt und trägt einen bestickten Schaffellmantel, den Picasso ihr von einer Reise nach Polen mitbrachte, wo er 1948 den Welt-Friedens-Kongress in Wroclaw besuchte. Die Serie umfasst 30 Lithografien, die das Thema vielfältig variieren und gilt gemeinhin als der Höhepunkt Picassos druckgrafischen Schaffens dieser Periode. Nur drei Jahre zuvor traf der Künstler Fernand Mourlot, dessen Atelier in Paris in den kommenden 30 Jahren über 400 Drucke von Picasso verlegen sollte. Nach 15 Jahren, in denen Picasso überhaupt keine druckgrafischen Arbeiten fertigte, begann er nun während eines ersten Besuchs in Mourlots Atelier (aus dem am Ende ein viermonatiger Arbeitsaufenthalt wurde), sich wieder komplett in das Medium zu vertiefen. Bald nachdem er die wichtigsten Arbeitsgrundlagen wiedererlangt hatte, fing Picasso an, entgegen allen Ratschlägen und Hinweisen des Werkstattpersonals, das diesen Ausbruch an Kreativität mit Skepsis beobachtete, mit neuen Techniken zu experimentieren. Binnen kürzester Zeit fand Picasso neue Wege, die Oberflächen der Druckplatten zu bearbeiten, indem er beispielsweise zuvor ungebräuchliche Werkzeuge oder Substanzen verwendete, was die Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb des Mediums erheblich erweiterte. Überhaupt kann Picassos Beitrag zur Druckgrafik im 20. Jahrhundert kaum überschätzt werden.

All dies floß letztlich in der Serie 'Femme au fauteuil' zusammen, die auf bemerkenswerte Weise das Spektrum von Picassos technischen Fähigkeiten und seiner künstlerischen Erfindungsgabe und Imaginationskraft verdeutlicht. Es verwundert nicht, dass die Serie häufig auch mit ‚Der polnische Mantel’ betitelt wird, scheint doch jedes Motiv sich aus eben diesem heraus zu entwickeln – in der immer wieder sich verändernden Bearbeitung der Stickereien, der Art, wie dessen Konturen die Komposition koordinieren oder in der Art, wie er die Axis der Figur formt.

In ihren Memoiren, 'Leben mit Picasso‘, erinnert sich Gilot an die Umstände, die Picassos Reise nach Polen umgaben. Hier wird der Mantel zum Zeugnis der stürmischen Beziehung, die das Paar führte. Picasso, der es hasste zu reisen, vor allem mit dem Flugzeug, wollte die Einladung zum Weltfriedenskongress in Wroclaw zunächst absagen. Als er sich dann schließlich doch entschied, am Kongress teilzunehmen, begleiteten ihn der surrealistische Autor Paul Éluard und Picassos Chauffeur Marcel Boudin, der als helfende Hand und – wie Gilot schreibt Maskottchen – die beiden Herren jenseits der 60 begleitete. Zum ersten Mal überhaupt sollten Gilot, die gerade mit ihrem zweiten Kind Paloma schwanger war, und Picasso mehrere Tage getrennt sein und so nahm sie ihm das Versprechen ab, ihr wenigstens einmal am Tag einen Brief zu schreiben. Allerdings entwickelten sich die Dinge anders als gedacht: die Herren, die ursprünglich nur wenige Tage in Polen verbringen wollten, genossen ihre Reise derart, dass sie den Aufenthalt auf über drei Wochen ausdehnten, um auch Krakau und Warschau zu besuchen. Anstelle von Briefen erhielt Gilot seltsam wortkarge Telegramme, unterschrieben mit ‚Picasso’ statt ‚Pablo‘ und nicht selten mit fehlerhafter Schreibung von Gilots Namen. Es dämmerte ihr bald, dass Picasso nicht nur zu beschäftigt war, ihr Briefe zu schreiben, sondern dass er auch offenbar Boudin beauftragt hatte, diese Telegramme zu verfassen und zu versenden, die er stets mit 'Bons baisers' beendete, ein Ausdruck den sonst nur Hausmeister und Straßenfeger verwenden würden, wie sie urteilt. Gilot war außer sich. Und Picasso, der nach Wochen zum Anwesen in Südfrankreich zurückkehrte und Gilot grinsend fragte, ob sie sich nicht freue, dass er wieder da sei.. er wurde mit einer schallenden Ohrfeige empfangen, nach der sich Gilot für den Rest des Tages einschloss. Am nächsten Morgen hämmerte Picasso so lange gegen ihre Tür, bis sie schließlich öffnete, und übergab ihr schließlich den Mantel, der bald darauf in die Kunstgeschichte eingehen sollte.

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